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BUSINESSPLAN2. April 2026·AKTUALISIERT: 21. SEPTEMBER 2026·8 MIN LESEZEIT

Das Zahlenwerk für Bank und Förderstelle gibt es fertig gerechnet: mein bankfähiges 3-Jahres-Modell als offenes Excel — Plan-GuV, Liquidität, Planbilanz, österreichische Abgabenlogik inklusive SVS. Zur Finanzplan-Vorlage (99 € netto) →

Businessplan für Einzelunternehmen in Österreich: Was Bank und Förderstelle von einem EPU sehen wollen

Beim Einzelunternehmen sind Betrieb und Privatleben eine Kasse — deshalb scheitern EPU-Pläne selten am Umsatz, sondern an Sozialversicherung, Steuer und Privatentnahme. Mit den SVS-Werten 2026 und der Kleinunternehmergrenze, wie sie tatsächlich gilt.

Die kurze Antwort vorab

Für die Gewerbeanmeldung braucht ein Einzelunternehmen keinen Businessplan — es entsteht laut Wirtschaftskammer grundsätzlich mit der Gewerbeanmeldung bei der Bezirksverwaltungsbehörde, ohne Notar, ohne Firmenbuch, ohne Stammkapital (laut wko.at, Stand April 2025). Gebraucht wird der Plan in dem Moment, in dem fremdes Geld ins Spiel kommt: bei der Hausbank, bei einer Förderstelle, bei einer Behörde. Und dort unterscheidet sich der Plan eines Einzelunternehmens in einem Punkt grundlegend von dem einer GmbH: Betrieb und Privatleben sind eine Kasse.

Deshalb entscheiden bei EPU-Plänen nicht die Umsatzzahlen, sondern drei Posten, die in den meisten Entwürfen fehlen — der Unternehmerlohn, die Sozialversicherung der Selbständigen und die Einkommensteuer. Wer diese drei sauber einbaut, hat den Großteil der Arbeit erledigt.

Warum der Plan eines Einzelunternehmens anders rechnet

Der Einzelunternehmer haftet unbeschränkt mit seinem gesamten Betriebs- und Privatvermögen. Die WKO formuliert die Kehrseite nüchtern: Die Kreditwürdigkeit ist deshalb hoch, hängt aber vom Vermögen und Einkommen des Inhabers ab (laut wko.at, Stand April 2025). Für den Kreditprüfer heißt das: Er sieht nicht nur den Betrieb, sondern den Menschen dahinter — samt Miete, Familie und privaten Kreditraten. Ein EPU-Finanzplan, der beim Betriebsergebnis aufhört, beantwortet die eigentliche Frage der Bank nicht: Bleibt nach Steuer, Sozialversicherung und Lebenshaltung genug übrig, um die Rate zu zahlen?

Dazu kommt die Rechtsform selbst. Eine GmbH zahlt ihrem Geschäftsführer ein Gehalt, das als Aufwand in der Plan-GuV steht; das Einzelunternehmen kennt kein Gehalt, sondern Privatentnahmen, die in keiner Gewinn-und-Verlust-Rechnung auftauchen. Wer die Einzelunternehmer-Logik nicht kennt, plant einen Gewinn, von dem er nicht leben kann. Ob die GmbH die bessere Form ist, steht im Beitrag GmbH gründen in Österreich — für viele Einzelunternehmen ist sie es nicht, aber die Entscheidung gehört in den Plan.

Umsatz ist nicht Gewinn, und Gewinn ist nicht das, was Ihnen bleibt. Beim Einzelunternehmen liegen zwischen beidem drei Abzüge, die kein Standardtemplate kennt.

Die drei Posten, die in EPU-Plänen fehlen

1. Der Unternehmerlohn

Setzen Sie eine kalkulatorische Privatentnahme an — monatlich, in der Höhe, die Sie tatsächlich zum Leben brauchen. Sie gehört nicht in die Plan-GuV, aber zwingend in die Liquiditätsplanung: Sie ist die größte Auszahlung, die ein Einzelunternehmen regelmäßig leistet, und die Bank wird genau danach fragen. Wie hoch sie sein muss, kann Ihnen niemand von außen sagen; sie ergibt sich aus Ihrem privaten Budget, nicht aus einer Faustregel.

2. Die Sozialversicherung der Selbständigen

Der Einzelunternehmer ist über die Gewerbeberechtigung Wirtschaftskammermitglied und damit nach dem GSVG pflichtversichert: 6,80 Prozent Krankenversicherung, 18,50 Prozent Pensionsversicherung und 1,53 Prozent Selbständigenvorsorge der Beitragsgrundlage, dazu ein fixer Unfallversicherungsbeitrag (laut wko.at, Stand April 2025). Der Punkt, der Neugründer regelmäßig überrascht, ist nicht die Höhe, sondern die Mechanik: In den ersten beiden Kalenderjahren zahlen Neugründer vorläufige Mindestbeiträge von insgesamt 160,81 Euro pro Monat — Krankenversicherung 37,48 Euro als Fixbetrag ohne Nachbemessung, Pensionsversicherung 101,95 Euro vorläufig, Unfallversicherung 12,95 Euro, Selbständigenvorsorge 8,43 Euro — also 1.929,72 Euro im Jahr (laut wko.at, Stand Jänner 2026).

Liegen die versicherungspflichtigen Einkünfte dann über 551,10 Euro monatlich, kommt es in der Pensionsversicherung zur Nachbelastung: 18,50 Prozent der tatsächlichen Einkünfte abzüglich der vorläufig bezahlten Beiträge, laut WKO bis zu 1.393,78 Euro monatlich. Ab dem dritten Kalenderjahr wird auch die Krankenversicherung nachbemessen, ab dem vierten leitet sich die vorläufige Beitragsgrundlage aus dem drittvorangegangenen Jahr ab (laut wko.at, Stand Jänner 2026). Das ist die Nachzahlungsfalle: Die Beiträge für ein gutes erstes Jahr kommen mit dem Steuerbescheid — in einem Jahr, das vielleicht schlechter läuft. Ein Finanzplan, der die SVS mit dem Mindestbeitrag ansetzt und es dabei belässt, ist im dritten Jahr falsch. Planen Sie die Nachbelastung als eigene Zeile ein.

3. Die Einkommensteuer

Das Einzelunternehmen zahlt keine Körperschaftsteuer, sondern der Inhaber wird zur Einkommensteuer veranlagt; die Eröffnung des Betriebs ist dem Finanzamt binnen eines Monats zu melden (laut wko.at, Stand April 2025). Auch hier gilt: Die Steuer für das erste gute Jahr wird mit dem Bescheid fällig, und ab dann laufen Vorauszahlungen. In der Liquiditätsplanung gehören beide als Auszahlungen an den Terminen, an denen sie tatsächlich abfließen — nicht als Prozentsatz irgendwo im Jahresergebnis.

Umsatzsteuer und Kleinunternehmerregelung — richtig gerechnet

Hier stehen in vielen Plänen falsche Zahlen. Die Regel lautet: Liegen die jährlichen Umsätze unter 55.000 Euro inklusive Umsatzsteuer, ist keine Umsatzsteuer abzuführen — im Gegenzug gibt es keinen Vorsteuerabzug. Wird die Grenze um bis zu 10 Prozent überschritten, tritt die Umsatzsteuerpflicht erst im nächsten Kalenderjahr ein; bei mehr als 10 Prozent greift sie sofort für alle Beträge über der Grenze. Wer freiwillig zur Regelbesteuerung wechselt, ist daran mindestens fünf Jahre gebunden (laut wko.at, Stand April 2025). Eine Staffel nach Gründungsjahren gibt es nicht.

Ob die Befreiung sinnvoll ist, ist eine Rechenfrage, keine Statusfrage: Sind Ihre Kunden vorsteuerabzugsberechtigte Unternehmen, ist die Umsatzsteuer für sie ein Durchlaufposten — dann kostet Sie die Befreiung den Vorsteuerabzug aus Gründungsinvestitionen, ohne dass Sie am Preis etwas gewinnen. Verkaufen Sie an Privatkunden, ist die Befreiung ein echter Preisvorteil. Beides gehört als bewusste Entscheidung in den Plan. Wer regelbesteuert ist, plant die Zahllast am 15. des zweitfolgenden Monats ein — die häufigste Liquiditätslücke in EPU-Plänen überhaupt.

Was Bank und Förderstelle von einem EPU sehen wollen

Der Textteil darf kompakt sein. Angebot, Kunden, Wettbewerb, Preisbildung und Vertrieb auf wenigen Seiten — die Gliederung steht in der Anleitung zum Businessplan. Entscheidend ist das Zahlenwerk, und zwar in derselben Struktur, die auch ein größeres Unternehmen liefert: eine Plan-GuV mit Annahmenblatt, eine monatliche Liquiditätsplanung inklusive Privatentnahmen, SVS und Steuern, und bei Investitionen eine Herleitung des Kapitalbedarfs. Wie diese Rechenwerke zusammenhängen, erklärt der Beitrag Finanzplan erstellen; worauf der Prüfer schaut, der Beitrag Finanzplan für die Bank.

Für ein bestehendes Einzelunternehmen kommt die Vergangenheit dazu: die Einnahmen-Ausgaben-Rechnungen der letzten Jahre samt Einkommensteuerbescheiden, die aktuelle Saldenliste, offene Posten und eine Aufstellung aller bestehenden Kredite. Die Bank will sehen, dass der Plan erkennbar auf dem Ist aufsetzt. Welche Unterlagen im Detail verlangt werden, steht in der Unterlagen-Checkliste für den Kreditantrag; geht es um einen Kontokorrentrahmen statt um eine Investition, im Beitrag zum Betriebsmittelkredit.

Eine Formalie, die beim Wachsen relevant wird: Die Eintragung ins Firmenbuch ist für Einzelunternehmer erst ab der Rechnungslegungspflicht verpflichtend — bei mehr als 1.000.000 Euro Jahresumsatz in einem Jahr oder mehr als jeweils 700.000 Euro in zwei aufeinanderfolgenden Geschäftsjahren; darunter ist die Eintragung freiwillig und löst keine Bilanzierungspflicht aus (laut wko.at, Stand April 2025). Bis dahin reicht die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung — für die Bank ist sie aber nur so gut wie ihre Überleitung in den Plan.

Förderungen für Einzelunternehmen

Die Rechtsform schließt von den wichtigsten Instrumenten nicht aus: Der erp-Kredit steht natürlichen Personen, die ein Unternehmen im eigenen Namen und auf eigene Rechnung betreiben, ebenso offen wie Kapitalgesellschaften (laut aws erp-Kredit-Richtlinie, gültig ab 1. Jänner 2026) — der Weg führt über die Hausbank, die Voraussetzungen stehen im Beitrag zum erp-Kredit in Österreich. Einen Überblick über Zuschüsse, Garantien und die Gebührenbefreiung nach dem Neugründungs-Förderungsgesetz gibt der Beitrag zu den Förderungen in Österreich. Für jeden Förderantrag gilt dasselbe wie für die Bank: Die Planrechnung muss die drei EPU-Posten enthalten, sonst ist sie unplausibel.

Die häufigsten Fehler in EPU-Businessplänen

  • Umsatz mit Gewinn verwechselt — und Gewinn mit dem, was privat übrig bleibt. Erst nach SVS-Nachbelastung, Einkommensteuer und Privatentnahme zeigt sich, ob das Modell trägt.
  • SVS mit dem Mindestbeitrag eingefroren. Die Nachbelastung ab dem dritten Jahr fehlt in fast jedem selbst gebauten Plan.
  • Kleinunternehmergrenze falsch verstanden — als Netto- statt Bruttogrenze, als Staffel nach Jahren oder als Befreiung, die man nebenbei mitnimmt, ohne den Vorsteuerabzug zu rechnen.
  • Hundert Prozent Auslastung. Wer allein arbeitet, verkauft nicht 40 Stunden pro Woche. Akquise, Verwaltung, Urlaub und Krankheit kosten Kapazität, die im Plan als verrechenbare Zeit fehlt.
  • Nur ein Szenario. Für ein Unternehmen, das an einer Person hängt, ist der Ausfall dieser Person das wichtigste Risiko — und gehört als Szenario in den Plan. Die übrigen Klassiker stehen im Beitrag zu den fünf häufigsten Fehlern im Finanzplan.

Wann sich Hilfe lohnt — und welche

Für ein Einzelunternehmen ohne Fremdkapital reicht oft ein sauber gebautes Excel: Die Finanzplan-Vorlage für KMU beschreibt die Struktur, mein eigenes Modell gibt es als offene Vorlage um 99 € netto zzgl. 20 % USt. — mit SVS-Logik und Privatentnahme bereits eingebaut. Sobald eine Bank oder Förderstelle prüft, ist der Finanz-Kickstart der passende Umfang: das integrierte Zahlenwerk aus Plan-GuV, Liquiditätsplan, Planbilanz und Szenarien zum Fixpreis von 1.490 € netto zzgl. 20 % USt. in 10 Werktagen. Haben Sie bereits einen Plan, prüfe ich ihn im Plan-Review um 490 € netto zzgl. 20 % USt. Was die Erstellung generell kostet, steht im Beitrag Businessplan-Kosten; wie das Ergebnis aussieht, zeigt das offene Beispiel. Ich bin CFO, kein Steuerberater — die Steuer- und SVS-Optimierung im Einzelfall gehört zu Ihrer Steuerberatung; ich sorge dafür, dass beides im Plan an der richtigen Stelle steht.

Häufige Fragen

Braucht ein Einzelunternehmen in Österreich einen Businessplan?

Für die Gewerbeanmeldung nicht. Nötig wird er bei Bankkrediten, Förderanträgen und Behördenverfahren — und sinnvoll ist er immer dann, wenn Sie wissen wollen, ob nach Sozialversicherung, Steuer und Privatentnahme tatsächlich etwas übrig bleibt.

Wie viel SVS zahlt ein Einzelunternehmer 2026?

Neugründer zahlen in den ersten beiden Kalenderjahren vorläufig 160,81 Euro monatlich, also 1.929,72 Euro im Jahr. Bei Einkünften über 551,10 Euro monatlich wird die Pensionsversicherung mit 18,50 Prozent nachbemessen, ab dem dritten Jahr auch die Krankenversicherung mit 6,80 Prozent; die Nachzahlung kommt mit dem Steuerbescheid (laut wko.at, Stand Jänner 2026).

Wo liegt die Kleinunternehmergrenze?

Bei 55.000 Euro Jahresumsatz inklusive Umsatzsteuer. Bis zu 10 Prozent darüber tritt die Umsatzsteuerpflicht erst im Folgejahr ein, bei mehr als 10 Prozent sofort für die Beträge über der Grenze. Ein freiwilliger Wechsel zur Regelbesteuerung bindet fünf Jahre (laut wko.at, Stand April 2025).

Muss sich ein Einzelunternehmen ins Firmenbuch eintragen?

Erst ab der Rechnungslegungspflicht: mehr als 1.000.000 Euro Umsatz in einem Jahr oder mehr als jeweils 700.000 Euro in zwei aufeinanderfolgenden Jahren. Darunter ist die Eintragung freiwillig und ohne Bilanzierungspflicht (laut wko.at, Stand April 2025).

Wie plane ich als Einzelunternehmer mein eigenes Gehalt?

Als kalkulatorische Privatentnahme in der Liquiditätsplanung — monatlich, in der Höhe Ihres tatsächlichen privaten Bedarfs. In der Plan-GuV erscheint sie nicht, weil sie kein Aufwand ist; genau deshalb wird sie so oft vergessen.

Kann ein Einzelunternehmen einen erp-Kredit bekommen?

Ja. Förderungsfähig sind laut Richtlinie natürliche Personen, die ein Unternehmen im eigenen Namen und auf eigene Rechnung betreiben, mit Sitz oder Betriebsstätte in Österreich (gültig ab 1. Jänner 2026). Der Antrag läuft über die Hausbank; die Voraussetzungen stehen im Beitrag zum erp-Kredit.

Vor einem Banktermin? Ich baue das Zahlenwerk, das der Kreditprüfer erwartet — Plan-GuV, Liquidität, Planbilanz, Szenarien — zum Fixpreis, in 10 Werktagen. Oder sehen Sie erst, wie ich arbeite →

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JL Jan-Rudolph Lenzbauer CFO · Inhaber Lenz Consulting — Finanzmodelle & Businesspläne ÜBER MICH →