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FINANZPLANUNG13. Juli 2026·9 MIN LESEZEIT

Finanzplan für die Bank: Welche Unterlagen Ihr Unternehmen 2026 wirklich braucht

Was der Kreditprüfer sehen will, bevor er über Ihren Firmenkredit entscheidet — Plan-GuV, Liquiditätsplan, Kapitaldienstrechnung. Aus der CFO-Praxis, mit Checkliste.

Die kurze Antwort vorab

Für einen Firmenkredit in Österreich erwartet die Bank einen Finanzplan aus drei Bausteinen: eine Plan-Gewinn-und-Verlust-Rechnung, eine monatliche Liquiditätsplanung und eine Kapitaldienstrechnung — dazu die letzten Jahresabschlüsse und eine aktuelle Saldenliste. Entscheidend ist nicht der Umfang, sondern ob diese Zahlen zusammenpassen und den künftigen Kapitaldienst nachvollziehbar tragen. In diesem Beitrag zeige ich Ihnen aus der CFO-Praxis, welche Unterlagen der Kreditprüfer konkret sehen will, wie er sie liest und woran Finanzpläne in der Prüfung scheitern.

Welche Unterlagen die Bank verlangt

Wenn ein Unternehmen einen Kredit beantragt, prüft die Bank zwei Dinge: die Vergangenheit und die Zukunft. Die Vergangenheit belegen Sie mit Dokumenten, die es bereits gibt. Die Zukunft müssen Sie bauen — das ist der Finanzplan.

Zur Vergangenheit gehören die Jahresabschlüsse der letzten zwei bis drei Jahre, eine aktuelle Saldenliste beziehungsweise BWA aus der laufenden Buchhaltung und ein Überblick über bestehende Kredite und Leasingverträge samt Restlaufzeiten. Die Bank holt außerdem eine Bonitätsauskunft ein, in Österreich typischerweise über den KSV1870 — es lohnt sich, den eigenen Eintrag vor dem Termin selbst zu prüfen.

Zur Zukunft gehören drei Rechenwerke, die zusammen den Finanzplan bilden:

  • Plan-GuV: Umsätze, Wareneinsatz, Personal- und Sachkosten, Abschreibungen und Zinsen — üblicherweise für die nächsten drei Jahre, das erste Jahr auf Monatsbasis.
  • Liquiditätsplan: die monatlichen Ein- und Auszahlungen. Er zeigt, ob das Konto in jedem Monat gedeckt ist — inklusive Umsatzsteuer-Zahllasten, Sonderzahlungen im Juni und November (13. und 14. Gehalt) und den Kreditraten selbst.
  • Kapitaldienstrechnung: die Gegenüberstellung des frei verfügbaren Cashflows mit Zins und Tilgung aller Kredite — dazu gleich mehr.

Je nach Kreditzweck kommt ein Baustein dazu: Bei einem Investitionskredit eine Aufstellung der Investition samt Angeboten, bei einem Betriebsmittelrahmen eine Erklärung, wodurch der Bedarf entsteht (Lager, Zahlungsziele, Saisonalität). Einen vollständigen Businessplan mit Textteil verlangen Banken bei bestehenden Unternehmen nicht immer — bei Gründungen und größeren Vorhaben aber regelmäßig. Was in diesen Textteil gehört, habe ich im Beitrag Businessplan für die Bank beschrieben.

Kapitaldienstfähigkeit: Die eine Rechnung, die zählt

Wenn Sie nur eine einzige Zahl aus diesem Artikel mitnehmen: Die Bank finanziert nicht Ihre Idee und nicht Ihren Umsatz, sondern Ihre Kapitaldienstfähigkeit. Das ist die Frage, ob Ihr Unternehmen aus dem laufenden Geschäft dauerhaft Zins und Tilgung bezahlen kann.

Die Logik ist einfach: Vom geplanten Ergebnis werden Abschreibungen zurückgerechnet (sie kosten kein Geld), Privatentnahmen beziehungsweise Ausschüttungen und Ersatzinvestitionen abgezogen — übrig bleibt der Cashflow, der für den Kapitaldienst zur Verfügung steht. Diesen stellt der Kreditprüfer der Summe aus Zins und Tilgung aller Verbindlichkeiten gegenüber, nicht nur des neuen Kredits. Liegt der verfügbare Cashflow unter dem Kapitaldienst, ist der Kredit rechnerisch nicht bedienbar — dann hilft auch die beste Präsentation nichts.

Banken rechnen dabei mit Puffer: Ein Plan, der den Kapitaldienst nur in der Punktlandung schafft, gilt als nicht tragfähig. Ihr Finanzplan sollte zeigen, dass auch bei schwächerem Verlauf noch Luft bleibt.

In der Kreditprüfung heißt diese Kennzahl oft DSCR (Debt Service Coverage Ratio) — verfügbarer Cashflow geteilt durch Kapitaldienst. Rechnen Sie diese Zahl selbst aus, bevor es die Bank tut, und zwar für jedes Planjahr. Wenn sie im ersten Jahr knapp ist, brauchen Sie eine Erklärung, wann und wodurch sich das ändert.

Plausibilität: Was Kreditprüfer sofort durchschauen

Kreditprüfer lesen jede Woche Finanzpläne. Die immer gleichen Schwächen erkennen sie in Minuten:

Hockeyschläger-Umsätze. Drei Jahre Stagnation in den Jahresabschlüssen, dann plus fünfzig Prozent im Planjahr eins — ohne dass im Plan erkennbar ist, woher das Wachstum kommt. Jede Umsatzannahme braucht einen benennbaren Treiber: neue Aufträge, neue Kapazität, neue Preise.

Brüche zwischen Ist und Plan. Wenn die Materialquote historisch bei vierzig Prozent lag und im Plan plötzlich bei dreißig, fällt das auf. Abweichungen vom Ist sind erlaubt — aber nur mit Begründung. Der Plan muss auf denselben Strukturen aufsetzen wie der letzte Jahresabschluss.

GuV-Denken statt Liquiditätsdenken. Ein profitabler Plan kann trotzdem an der Liquidität scheitern: Umsatzsteuer-Zahllasten, Zahlungsziele der Kunden, Sonderzahlungen, Tilgungen — all das steht nicht in der GuV, entscheidet aber über den Kontostand. Die häufigsten Schwächen dieser Art habe ich im Beitrag über die fünf häufigsten Finanzplan-Fehler gesammelt.

Runde Zahlen ohne Herleitung. Ein Marketingbudget von glatt 50.000 Euro, Personalkosten in runden Zehntausendern, jedes Jahr exakt zehn Prozent Wachstum — solche Zahlen verraten, dass geschätzt statt gerechnet wurde. Wer aus Mengen, Preisen und Verträgen herleitet, kommt automatisch auf krumme Beträge, und genau die wirken glaubwürdig.

Fehlende Szenarien. Ein einziger Planfall wirkt wie Wunschdenken. Ein Basisszenario plus ein bewusst vorsichtiges Szenario, das zeigt, dass der Kapitaldienst auch dann hält, ist deutlich überzeugender — und nimmt dem Prüfer die Arbeit ab, selbst Abschläge zu schätzen.

Bestehendes Unternehmen oder Gründung: Was anders ist

Für bestehende Unternehmen ist die Ausgangslage besser und strenger zugleich. Besser, weil Sie Historie haben: Jahresabschlüsse, Kundenstamm, belegbare Zahlen statt reiner Annahmen. Strenger, weil die Bank genau diese Historie gegen Ihren Plan hält — jede Planzahl wird am Ist gemessen, und die Bonitätsdaten sind bereits vorhanden.

Bei einer Gründung ersetzt der Businessplan die fehlende Historie: Markt, Geschäftsmodell und Eigenmittel werden wichtiger, und die Anforderungen an den Textteil steigen. Die Grundlagen der Finanzplanung bleiben dieselben — wie Sie ein solches Zahlenwerk von Grund auf aufbauen, zeigt meine Anleitung zum Finanzplan-Erstellen.

Ein Punkt gilt für beide: Eigenmittel und Sicherheiten bestimmen die Konditionen mit. Wer wenig Sicherheiten hat, sollte das Gespräch über eine aws-Garantie in Betracht ziehen — die Austria Wirtschaftsservice GmbH (aws) übernimmt als Förderbank des Bundes Garantien für Bankkredite an Unternehmen. Das ersetzt den Finanzplan nicht, im Gegenteil: Auch die aws prüft das Zahlenwerk.

Checkliste: Das nehmen Sie in den Banktermin mit

  • Jahresabschlüsse der letzten zwei bis drei Jahre
  • Aktuelle Saldenliste oder BWA (nicht älter als drei Monate)
  • Plan-GuV für drei Jahre, Jahr eins auf Monatsbasis
  • Monatlicher Liquiditätsplan inklusive USt, Sonderzahlungen und Kreditraten
  • Kapitaldienstrechnung über alle bestehenden und neuen Kredite
  • Bei Investitionen: Investitionsaufstellung mit Angeboten
  • Übersicht bestehender Finanzierungen und Sicherheiten
  • Annahmenblatt: jede wesentliche Planannahme in einem Satz begründet
  • Vorsichtsszenario mit Nachweis der Kapitaldienstfähigkeit

Der letzte Punkt der Checkliste ist der wichtigste und zugleich der, der am häufigsten fehlt. Genau hier setzt mein Finanz-Kickstart an: ein bankfähiges Zahlenwerk — Plan-GuV, Liquiditätsplan, Kapitaldienstrechnung, Szenarien — zum Fixpreis von 1.490 € netto zzgl. 20 % USt., geliefert in 10 Werktagen. Sie bringen Ihre Zahlen und Ihr Geschäft mit, ich baue daraus das Dokument, das der Kreditprüfer erwartet.

Häufige Fragen

Wie weit muss der Finanzplan in die Zukunft reichen?

In der Praxis verlangen Banken meist drei Planjahre, das erste davon auf Monatsbasis. Bei langlaufenden Investitionskrediten will die Bank zusätzlich sehen, dass der Kapitaldienst über die gesamte Laufzeit tragfähig bleibt — das deckt die Kapitaldienstrechnung ab, nicht die Monatsplanung.

Reicht nicht die Saldenliste vom Steuerberater?

Nein. Saldenliste und Jahresabschluss zeigen die Vergangenheit — die Bank entscheidet aber über die Zukunft. Ohne Plan-GuV, Liquiditätsplanung und Kapitaldienstrechnung kann der Kreditprüfer die Rückzahlungsfähigkeit nicht beurteilen und wird die Unterlagen nachfordern. Das kostet Wochen.

Muss der Finanzplan vom Steuerberater kommen?

Nein, eine formale Vorgabe dafür gibt es nicht. Er muss fachlich sauber, nachvollziehbar und mit den Ist-Zahlen konsistent sein. Wichtig ist, dass Sie die Zahlen im Termin selbst erklären können — ein Plan, den der Unternehmer nicht versteht, überzeugt keinen Prüfer.

Fragt die Bank auch Kontoauszüge und Abgabenrückstände ab?

Häufig ja. Viele Banken wollen Kontoauszüge der bei anderen Instituten geführten Geschäftskonten sehen und lassen sich bestätigen, dass bei Finanzamt und ÖGK keine Rückstände bestehen. Offene Abgabenrückstände sind ein gewichtiges Warnsignal — klären Sie solche Themen, bevor Sie den Kreditantrag stellen, oder sprechen Sie sie von sich aus an.

Was passiert, wenn mein Rating schwach ist?

Das Rating beeinflusst Zinssatz, Sicherheitenanforderung und die Kreditentscheidung selbst. Ein sauberer, vorsichtig gerechneter Finanzplan ist eines der wenigen Instrumente, mit denen Sie die Zukunftseinschätzung der Bank aktiv beeinflussen können — zusätzlich können Garantien wie die der aws fehlende Sicherheiten teilweise ersetzen.

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JL Jan-Rudolph Lenzbauer CFO · Inhaber Lenz Consulting — Finanzmodelle & Businesspläne ÜBER MICH →